Zwölf Männer gründeten am Dreikönigstag 1906 die Freiwillige Feuerwehr Oberschöckl: Stuart Washington, der damals vorübergehend das von ihm "Washington - Hof" genannte Anwesen vulgo Möltenbauer und den Braunkohlenbergbau Weinitzen besaß, dann Franz Hopfer (Windischhansl), Johann Tüchler (Ofenwagner), Josef Neuhold (Brandbauer), Peter Zötsch (Haidegger), Simon Zötsch (Moarripl), Johann Sailer (Ofenschuster), Sebastian Mairold (Kogler), Johann Zötsch (Handl), Johann Tüchler (Sorger), Franz Mairold (Bachannerl) sowie der besitzer des Theresienhofes, Josef Regula, der jedoch nicht aktiv tätig war. Erster Hauptmann war Stuart Washington.

Bereits im Gründungsjahr wurde eine Handpumpe angeschafft , die auf einem zweirädrigen für Pferdezug vorgesehenen Fahrgestell montiert war. Geübt wurde gegenüber dem Gasthaus Windischhansl, wo sich an Stelle des gegenwärtigen Kühlgemeinschaftshauses ein einfacher Steigerturm befand. Die Aktivitäten des Hauptmannes beschränkten sich - Erzählungen älterer Leute zufolge darauf, dass er zu den Übungen auf einem Pferd angeritten kam, die Meldung des Zugführers entgegennahm, für die Feuerwehrmänner beim Windischhansl ein Fass Bier zahlte und hernach wieder davonritt. Nachdem Stuart Washington eines Tages unter Hinterlassung großer Schulden " plötzlich über Nacht spurlos verschwunden" war, wurde 1908 Franz Hopfer Feuerwehrhauptmann. Ihm oblag es, die gemäß der Feuerlöschordnung für das Herzogtum Steiermark am 11. Februar 1909 festgelegten "Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöckl", nach Bestätigung durch den Gemeindeausschuss von Weinitzen, der k.k. Stadthalterei in Graz vorzulegen. Das Dokument wies in 25 Paragraphen alle Pflichten und Rechte aus.

Im Jahr 1911 wurde die Wehr erstmals zu einer außerörtlichen Hilfeleistung bei einem Großbrand in Ebersdorf bei St. Radegund gerufen. Dritter in der Reihe der Hauptleute war Sebastian Mairold, der die FF Oberschöckl von 1912 bis 1938 führte. In dieser Zeitspanne gab es wesentliche Neuerungen. Geld -, Holz - und andere Sachspenden, vor allem aber unentgeltliche Arbeitsleistungen machten es möglich, dass in den Jahren 1921/22 im Dorf Oberschöckl ein Rüsthaus gebaut werden konnte. Bedeutend erhöht wurde die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrmänner im Jahr 1928, durch die Anschaffung einer Motorspritze und eines für Pferdespannung eingerichteten Feuerwehrwagens. Die feierliche Spritzenweihe erfolgte am Sonntag, dem 12. August 1928. Bereits am Abend desselben Tages hatte das neue Gerät bei einem Brand in Hohenberg seine Feuertaufe zu bestehen. Die Feuerwehr rückte vom Festplatz weg aus. Weil das alte Spritzenhaus zu klein geworden war, wurde 1936 unter großen, jedoch durchwegs freiwilligen Opfern der Bevölkerung ein neues Rüsthaus gebaut, wofür Franz Hasenhüttl einen Teil des Baugrundes zur Verfügung stellte. Als Hausschmuck wurde ein Florianbild angeschafft; dafür wurde - wie das Protokollbuch vermerkt - "als Gegenleistung Abfallholz gegeben". Eine Notiz aus dem Jahr 1937 lässt erkennen, dass damals innerhalb der Wehr auch eine Rettungsabteilung bestand.

Neben der Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben widmeten sich die Feuerwehrmänner aber auch der Pflege des geselligen Lebens im Ort. Dazu gehörte die alljährliche Veranstaltung mehrerer Tanzunterhaltungen. So wurde z.B. für den Feuerwehrball am 17. Jänner 1937 der Eintritt mit 80 Groschen (im Vorverkauf 60 Groschen) festgelegt und die Gemeinde ersucht, "ein paar Feldhasen zu überlassen zu einer Lizitation".
Im Jahr 1938 übernahm Franz Hasenhüttl das Ortsfeuerwehrkommando mit der in der NS-Zeit vorgeschriebenen Funktionsbezeichnung "Wehrführer" und dem analogen Dienstgrad "Truppführer". Als er 1942 zum Kriegsdienst einberufen wurde, übernahm Peter Harb diese leitende Aufgabe. Unter den dienstlichen Schriftstücken aus jener Zeit befindet sich auch ein vom Landrat des Landeskreises Graz erlassener Sammlungsbefehl, datiert mit 21.Dezember 1942. Die Anweisung lautete u.a.: "Nachfolgende Aufstellung ist zur listenmäßigen Erfassung aller zur Feuerwehr gehörigen Personen sodass sich keiner ausschließt!" Und dann der Nachsatz: "Im Vorjahr war eine Reichsmark als Richtsatz pro Mann als Mindestopfer. Auf den Führerappell und die Strapazen unserer Frontkameraden wird diesmal eine Mehrleistung erwartet, die ein wirkliches Opfer darstellt!" Am 21.März 1943 hatten die 24 damals aktiven Feuerwehrmänner in Oberschöckl mit eigenhändiger Unterschrift zu bestätigen, "darüber belehrt worden zu sein, dass der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterliegen, dass alle Straftaten, die im Feuerwehrdienst, in Bezug auf den Feuerwehrdienst oder in Uniform von ihnen begangen werden, unter die Sondergerichtsbarkeit der SS- und Polizeigerichte fallen."

Während des Zweiten Weltkrieges lichteten sich die Mannschaftsreihen der Feuerwehr zunehmend. Als Ersatz für die zum Militär einberufenen Männer wurden nun 14 junge Frauen herangezogen, die innerhalb der Wehr eine eigene Gruppe bildeten. Nach dem Kriegsende im Jahr 1945 wurde wieder Franz Hasenhüttl Feuerwehrhauptmann. Bei Alarmierungen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren kam es beim Transport der Motorspritze zu den Einsatzorten mehrmals zu Problemen, weil es zuweilen an geeigneten Zugtieren fehlte. Dies konnte aber im Jahr 1950 durch den Kauf eines Gebraucht-Kraftfahrzeuges der Type Dodge, das zu einem Einsatzwagen umgerüstet worden war gelöst werden. 1955 erwarb die Wehr als zweites Auto einen alten Volkswagen, den sie ohne besondere Formalitäten in den Dienst stellte. 1962 wurde eine Motorpumpe angekauft. Eine wichtige Erneuerung ihrer Ausrüstung bewirkte die Wehr durch die Anschaffung eines Ford - Mannschaftswagens, der am 13.Augsut 1967 im Rahmen eines Sommerfestes von Pater Balduin Keller, unter der Patenschaft von 18 Frauen gesegnet wurde. Bereits kurz darauf wurde der Fuhrpark um ein Landrover - Rüstauto bereichert, dessen Weihe am 1.August 1971 Pater Ansgar Devez unter dem Beistand von 28 Patinnen vornahm.
Nach dem Tod des Ortsfeuerwehrkommandanten Franz Hasenhüttl wurde 1972 Rupert Kainz zum Hauptbrandinspektor gewählt. Noch im selben Jahr wurde eine Vorbaupumpe für den Rover angeschafft und in den Jahren 1978/79 erhielt das Rüsthaus einen Zubau. Diese Erweiterung war umso notwendiger, als die Wehr im Jahr 1980 ein neues Tanklöschfahrzeug erhielt, für das 82 Frauen Patenschaft übernahmen. Aber schon 1983 wurde eine weiteres Rüstfahrzeug mit Bergeausrüstung, zu dem 1985 auch Spreizer und Schere kamen, und 1987 ein Mannschaftstransportauto der Marke VW erworben. Die Segnung dieser Fahrzeuge nahm jeweils Pfarrer P. Johannes Pfeffel vor. Der Mannschaftsstand der FF Weinitzen - Oberschöckl setzte sich am 1. Jänner 1988 aus 78 Aktiven, zwei Ehrenmitgliedern und zehn Jugendlichen zusammen. Im Jahr 1991 erfolgte ein Umbau bzw. die Renovierung des Rüsthauses. Der Turm wurde mit einer Holzfront versehen und das Dach wurde erneuert. 1993 begann die Wehrleitung mit der Planung zur Anschaffung eines modernen Löschfahrzeuges, welches im Jahr 1994 im Rahmen des alljährlichen Sommerfestes gesegnet wurde. Es handelt sich dabei um ein Fahrzeug der Marke Steyr 10S18 in Allradausführung.

1997 begann die Wehrleitung mit einem neuen Kapitel in der Feuerwehrgeschichte. Ein Rüsthausneubau der dem technischen- und baulichen Standard entspricht ist erforderlich. Nach unzähligen Besprechungen über Standort und Finanzierung wurde 1999 unter HBI Kainz ein Grundstück am Kirchweg erworben. Im Jahr 2000 kam es zu einem Wechsel der Feuerwehrführung. Der langjährige Kommandant Rupert Kainz übergab an den neu gewählten Hauptbrandinspektor Peter Kainz. Sein Stellvertreter wurde Martin Anhofer. In den darauf folgenden Jahren begannen die Planungen für einen Rüsthausneubau am Kirchweg, welches in den Jahren 2002 - 2004 errichtet wurde und im Rahmen des Sommerfestes in Betrieb genommen werden konnte. 2005 wurde das 19 Jahre alte Mannschaftstransportfahrzeug VW durch ein neues der Marke Renault Master ersetzt. Mitgliederstand im Jahr 2006: 90 Mitglieder, davon 63 Aktive, 13 Jugend, 9 außer Dienst und 5 Ehrenmitglieder.

Der Landesfeuerwehrverband Steiermark beschloss, dass im Jahr 2007 jede Feuerwehr im Bundesland Steiermark Neuwahlen des Hauptbrandinspektors, und dessen Stellvertreters in einem gewissen Zeitrahmen durchführen muss. In der Freiwilligen Feuerwehr Weinitzen - Oberschöckl wurden die Wahlen gleich nach der Jahreshauptversammlung am 06.01.2007 durchgeführt. Das Ergebnis : Herr Anhofer Martin wurde zum neuen HBI gewählt, Herr Mauthner Hannes zum neuen OBI.

Nach dem Rücktritt des OBI Mauthner Hannes wurde am 07. März 2010 ordnungsgemäß die Wahl für den Oberbrandinspektor durchgeführt. Seit dem angeführten Tag hat die Freiwillige Feuerwehr Weinitzen – Oberschöckl den neuen OBI Rinner Markus.

 
 
 
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